40 Jahre Transporthubschrauberregiment 30 und 50 Jahre Garnison Niederstetten wurden am 18. September mit einem Flugtag gefeiert

Der Standort,
im Juni 1961 wurden die ersten Gebäude der neuen Garnison durch die Heeresflieger übernommen.1966 wurde die Kaserne auf dem Heeresflugplatz Niederstetten nach dem deutschen Flugpionier Herman Köhl in "Hermann-Köhl-Kaserne" benannt. Hermann Köhl, 1888 in Neu-Ulm geboren, war Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, wechselte dann 1925 in die zivile Luftfahrt als Nachtflugleiter bei der Deutschen Lufthansa. Am 12. April 1928 überquerte Köhl zusammen mit den Flugpionieren von Hühnefeld und Fitzmaurice in einer einmotorigen Junkers W33 erstmals den Atlantik in Ost-West-Richtung in 37 Flugstunden.Heute haben rund 1400 Soldaten Soldaten und Zivilbeschäftigte hier am Standort Niederstetten ihren Arbeitsplatz. Bemerkenswert ist auch, dass der Flugplatz Niederstetten nicht nur militärisch, sondern gleichzeitig auch zivil als Verkehrslandeplatz genutzt wird.

Das Regiment,
das Heeresfliegertransportregiment wurde 1971 zunächst im hessischen Fritzlar aufgestellt. 1980 fand die Verlegung als Heeresfliegerregiment 30 nach Niederstetten statt. 2003 wurde das Heeresfliegerregiment 30 im Rahmen der Struktur "Bundeswehr der Zukunft" aufgelöst und als Transporthubschrauberregiment 30 neu aufgestellt. Die heutige Gliederung besteht nun seit 2008 aus einer Stabsstaffel, einer Heeresfliegerversorgungsstaffel 305,  der Heeresfliegerstaffel 309, der Fliegenden Abteilung 301, und der Luftfahrzeugtechnischen Abteilung 302.
Das Verbandsabzeichen stammt noch aus der Anfangszeit in Hessen, es stellt mit den drei Wildgänsen den fliegerischen Auftrag symbolisch dar. Diese Wildgänse sind in den Ederauen des damaligen Heimatstandortes Fritzlar häufig anzutreffen. Das Rad ist als Mainzer Rad im Wappen der Garnisonstadt Fritzlar enthalten und verweist zugleich auf den Transportauftrag des Regimentes.So vielfältig die Aufgaben des Verbandes sind, so abwechslungsreich war auch das Programm, das am Flugtag gezeigt wurde. Ob Transport von Material oder das Absetzen und Anlanden von Spezialkräften sowie die Bergung von Verwundeten und Löscheinsatzflüge, all dies wurde den rund 15000  Zuschauern eindrucksvoll vorgeführt. Durch vielfältige Ausstellungen und Vorführungen konnte man sich ebenso einen Einblick in die Einsatzgebiete des Regiments verschaffen. So zum Beispiel auch in die zahlreichen Auslandseinsätze, allein von 1999 bis 2011 war das Regiment im Kosovo im Einsatz. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Einsätze bei Umweltkatastrophen wie dem Lawinenunglück in Galtür oder dem Jahrhunderthochwasser an der Oder.

Wir waren bereits am Samstag den 17.09. vor Ort. Das Regiment hatte für rund 400 angemeldete Teilnehmer einen Spotterday organisiert. Von 09:30 Uhr bis 17:30 Uhr waren die Tore der  Hermann-Köhl-Kaserne geöffnet. Am Vormittag wurde für uns die Flightline geöffnet, wir hatten Zutritt zu den ausgestellten Luftfahrzeugen, zu weiteren Waffensystemen und Großgerät der Bundeswehr. Auch die hinter der Runway aufgereihten Maschinen für das Flying Display konnten aufgenommen werden. In der Mittagspause nutzten wir den bereitgestellten Shuttleservice zum Mittagessen. Am Nachmittag fand die Premiere des Flugprogramms statt. Es ist schon beeindruckend wenn sich über 20 Hubschrauber, entlang der Runway schwebend, in ihre Startposition begeben. Zunächst gab es ein paar imposante Solodisplays mit verschiedenen Luftfahrzeugmustern zu sehen. Danach wurde in einer als "combined operation" (kombinierten Operation) durchgeführten Übung ein, an aktuellen Szenarien orientierter, Auslandseinsatz simuliert. Zum Abschluss der Flugvorführungen überflogen alle beteiligten Hubschrauber noch einmal gemeinsam den Platz. Am Ende dieses interessanten Tages bekamen wir dann noch einen Sonderdruck zum Jubiläum und einen speziellen Patch ausgehändigt. Die war ein erlebnisreicher und perfekt organisierter Tag in Niederstetten, dafür gebührt dem Organisationsteam und allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön.