Rosalia alpina, der Alpenbock

Ein wunderschöner, sehr seltener, Bewohner der Schwäbischen Alb.

Er steht auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet.

Auf der Alb findet man ihn teilweise entlang des Traufs und im Oberen Donautal. Ansonsten in Deutschland nur noch am Alpenrand.

Sein Lebensraum sind lichte Buchenwälder mit sonnigen Hängen.

Die Larve entwickelt sich über 2-4 Jahre im Buchentotholz. Im Frühjahr findet die Verpuppung statt. Das Schlupfloch wird vorbereitet, und im Sommer beginnt dann die Flugzeit der erwachsenen Käfer. Bis zu knapp 4 cm groß werden die Käfer, und sind trotz ihrer graublauen bis leuchtend hellblauen Färbung auf der Buchenrinde recht gut getarnt. Besonders auffällig aber, sind die langen Fühler mit den Haarbüscheln. Beim Männchen, das etwas kleiner ist als das Weibchen, sind die Fühler deutlich länger als der Körper. Die Lebensdauer des Alpenbocks beträgt nur wenige Wochen.

Während dieser Zeit besetzen die Männchen, sie schlüpfen bereits ein paar Tage vor den Weibchen, ihr Revier auf der Rindenoberfläche eines gut besonnten Stammes mit Rindenrissen. Dieser Platz wird dann gegen weitere Männchen verteidigt, anfliegende Weibchen werden versucht zu begatten.

Das begattete Weibchen legt die Eier in Risse und Spalten der abgestorbenen Buchen.

Die Larven können sich dann über die nächsten Jahre entwickeln, bis es wieder an der Zeit ist, im hoffentlich noch vorhandenen Buchenbestand, ein Plätzle zur Fortpflanzung zu finden.

2019

Was macht man im Hochsommer, wenn es richtig warm ist?

Richtig man geht auf die Alb in den Buchenwald, denn dort hat man die Chance den Alpenbock zu sehen.

An zwei Tagen im August mache ich mich auf den Weg zu diesem wunderschönen Käfer mit seinem blaugrauen Samtmantel und den imposanten Fühlern.

Beim ersten Besuch finde ich die „Blauen“ erst am Nachmittag. Etwas abseits von den mir bekannten Brutplätzen haben sie es sich auf, am Wegrand gelagerten, Buchenstämmen gemütlich gemacht.

An die zehn Exemplare sind auf und zwischen den Stämmen unterwegs. Nicht ganz ungefährlich für den Nachwuchs. Denn erfolgt die Eiablage auf diesen Stämmen haben die Larven, nach einem Abtransport des Holzes zur Weiterverarbeitung, kaum eine Chance zu überleben.

Bei meinem zweiten Besuch, eine Woche später, sind auch die bekannten Brutplätze gut belegt.

Das lässt auf zukünftige Käfergenerationen hoffen.

JB August 2019

2018

Durch Zufall stoße ich bei der Suche nach einer Wanderung auf die Wegbeschreibung einer Waldbegehung. In der Beschreibung ist ein Brutbaum des Alpenbocks direkt am Wanderweg erwähnt. Das klingt interessant, so einen Käfer würde ich auch gerne mal sehen.

Ende Juli ist es mit knapp 30 Grad gut warm, machen wir einen Versuch und fahren auf die Alb.

Vom Bahnhof sind es jetzt bereits 3 Kilometer und 200 Höhenmeter, da kommt man leicht ins Schwitzen. Nach der nächsten Kehre sehe ich am rechten Wegrand eine große abgestorbene Buche. Bei näherer Betrachtung sieht man auch ca. 1 cm große ovale Löcher, das müsste passen. Aber wo sind die Käfer? Nichts zu sehen, doch da weiter oben im Baum sieht man die langen Fühler im Gegenlicht.

So groß und doch so klein, so auffällig und doch so gut getarnt. Da ist plötzlich noch einer. Und hier kommen gleich zwei um den Baum herum.

Im weiteren Wegverlauf finde ich noch mehr von diesen schönen Käfern. Sie sitzen meist auf den etwa 1,50 m hohen Buchenstümpfen.

Jetzt mache ich in Ruhe noch ein paar Aufnahmen. Schön sie entdeckt zu haben.

JB Juli 2018